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Ordnung ist das halbe Leben

Also ich weiß ja nicht wie diszipliniert ihr seid, aber in meinem Nähreich bricht regelmäßig das Chaos aus. Nur für euch habe ich mal aufgeräumt 🙂 Über die Jahre habe ich es geschafft eine gewisse Grundstruktur aufzubauen, so dass das Chaos in der Regel auch wieder zügig beseitigt ist. Alles hat Irgendwo seinen Platz gefunden und darum geht es heute.

Als ich das Nähen angefangen habe, habe ich wie viele andere sicher auch die Nähmaschine immer wieder am Esstisch zum Nähen aufgebaut und im Anschluss wieder weggeräumt. Für mich war klar, dass das kein Dauerzustand werden würde und so habe ich mir nach wenigen Wochen beim großen Schweden einen kleinen Schreibtisch gekauft. Glücklicherweise habe ich ein 3. Zimmer, dass ich nutzen konnte wie ich wollte. Eine Zeit lang war dieses 3. Zimmer mein Reptilienzimmer für meine Königsphyten. Doch als die nicht mehr waren, habe ich es dem Hobby gewidmet.

Nach und nach wuchs mein Nähreich und den letzten großen Umbau habe ich im Herbst 2017 vorgenommen. Tage lang habe ich online nach Möbeln recherchiert, die in mein Budget passten, alles vermessen und mir einen Plan zurecht gelegt, wo alles verstaut werden sollte. Schließlich wollte ich nicht nur das bestehende unterbringen, sondern auch mehr Stauraum generieren.

Ein Möbelstück, an dem ich nicht vorbei gekommen bin, ist das Kalax vom großen Schweden. Das Regal ist einfach praktisch, bezahlbar und schaut gut aus. Selbst, wenn in den Boxen alles kreuz und quer fliegt, von außen vermittelt es Ordnung pur. Das war für mich ein extrem wichtiger Punkt. Zudem mag ich es, wenn ich ganz leicht einen einheitlichen Look kreieren kann. In meinem Fall schwarze feste Kartonboxen und Kunststoffboxen.

In zwei Jahren kann ich das schwarz vielleicht nicht mehr sehen und dann gehe ich und besorge mir welche mit einer anderen Struktur oder in einer anderen Farbe, ohne dass mein Geldbeutel unendlich leidet.

Etwas, das mir ebenfalls wichtig war, war ein mobiler Schneidetisch. Bei großen Projekten kommt es immer noch vor, dass ich mal auf dem Boden ausweichen muss und ich wollte mir den Platz nicht durch einen festen Tisch nehmen. Pinterest bietet dafür so viel Inspiration. Ich habe ihn dann teils aus Bestandsmöbeln selbst gebaut.

Mit diesen Anschaffungen konnte ich viel von meinem Hab und Gut unterbringen. Leider hört man ja nicht auf Stoffe zu kaufen… Ich versuche zwar fleißig Stoffe zu vernähen, aber die ganzen Händler mit Ihren Eigenproduktionen und der Stoffmarkt der Holländer machen es einem wirklich nicht leicht – Eine Runde Mitleid für den Stoffaholic bitte 😉

Meine Kisten platzen teilweise, sodass ich gezwungen war auch in ihnen mehr Ordnung walten zu lassen, damit ich einfach mehr unterbringe. Gerade von Jersey kann ich schwer die Finger lassen. Jahrelang hatte ich irgendwie „Angst“ mit Jersey zu arbeiten und war hauptsächlich auf Webware fixiert, aus denen ich Taschen genäht habe. Zack, mit einer anständigen Overlock war die Angst völlig unbegründet und hier sitze ich Stoffaholic. Horte nun nicht mehr nur Webware. Ich könnte mit meiner Sammlung 2 Stoffburgen bauen.

Meine Jerseystoffe wandern nach dem Waschen erstmal in meine Truhe, bis ihre Zeit gekommen ist. Wenn ich ihn dann verarbeitet habe, bleibt in der Regel immer ein gewisser Rest. Wenn der Rest groß genug ist, dass man ihn in Kombination mit einem anderen Stoff verarbeiten kann, wandert er in die schwarze Box. Bleibt nur ein kleiner Rest, so dass es gerade noch für ein Haarband, Bündchen etc. reichen würde, dann wandert er in die Kunststoff-Restekiste.

Schön gefaltet, sehe ich auf einen Blick welche Stoffe vorhanden sind. Leider noch etwas nervig: die Stoffe liegen auf 2 Etagen gestapelt übereinander, sodass ich die erste Etage immer raus nehmen muss um zu sehen was darunter liegt. Aber für das „Problem“ habe ich bereits eine Idee. Davon kann ich euch evtl. nächsten Monat berichten.

Weiter im Text. Als Cosplayer habe ich auch noch jede Menge Schmu der nichts mit Nähen zu tun hat. Wie meine Sammlung an Acrylfarben, Spraydosen oder Lacken. Crafting Tools wie Heißluftföhn, Dremel, Heißklebepistole und Lötkolben müssen auch untergebracht werden.

Gebrauchsanleitungen, Nähmaschinenfüßchen, Garne und Nadeln rufen auch nach einem Zuhause. Diese habe ich immer Griffbereit direkt in unmittelbarer Nähe meiner Nähmaschinen. Eine Zeit lang hatte ich versucht die Sachen ordentlich in Kisten auf dem Tisch zu deponieren, aber das hat mich irgendwann genervt. Ich habe den Tisch als zu voll empfunden und dann hieß es ab in die Schublade – natürlich geordnet

Noch eine Schublade die bei mir nicht weg zu denken ist, ist meine breite „noch zu waschen“ Schublade.

Manchmal habe ich in den Farben einfach nichts anderes zu waschen oder er muss mit Schongang in die Maschine. Dann wandert er in diese Schublade und wartet auf seine große Stunde, bis ich genug für eine Wäsche zusammen habe. Größere Mengen an Stoff wandern direkt in die Wäsche. So kann ich mir sicher sein, dass die Stoffe in meinen Boxen bereits alle gewaschen sind und ich direkt mit einem neuen Projekt loslegen kann, wenn ich es möchte.

Diese breiten Schubladen nutze ich auch gerne um Stoffe für zukünftige Cosplays zusammen zu tragen oder bereits angefangene Cosplays bis zur Fertigstellung zu deponieren. Reicht ja nicht nur UFOs (Unfinished Objects) für Alltagskleidung zu haben 🙂

Auf dem Nähmaschinen-Tisch selbst habe ich mittlerweile nur noch das Nötigste. Unter anderem eine Filzkiste, in der Stoffe liegen, die demnächst unter die Nadel kommen. *hust* Und das hat rein gar nichts damit zu tun, dass meine Boxen am platzen sind. Es motiviert mich und spornt mich an die Kiste leer zu nähen. Meistens habe ich auch direkt ein Projekt vor Augen, das ich aus meinen Schätzen nähen möchte.

Als Stoffaholic hat man es eh schon nicht leicht, wenigstens machen es die Boxen und Schubladen einfacher einen Überblick zu behalten.

Aber nicht nur Stoff sammle ich gerne. Auch bei Schnittmustern kann ich mich manchmal nicht zurückhalten. Als ich mit dem Nähen angefangen habe, habe ich sie hauptsächlich in Papier gekauft, später kamen dann noch die Ebooks hinzu.

Schnitte, die ich oft nutze oder die demnächst ausprobiert werden, bunkere ich frei im Regal. Alle anderen, die in Ungnade gefallen sind, die ich einfach nicht oft nähe oder (selbst erstellte) Cosplayschnitte lagere ich in einer Box. Online habe ich diese gelochten und festeren Kunststoffhüllen gefunden in denen ich meine Schnitte aufbewahre. Ich wollte die Option haben, sie, wenn nötig in einen Ordner heften zu können, den Taschenschnitte bewahre ich nach wie vor in Ordnern auf.

Anfangs habe ich es mit den normalen gelochten Hüllen versucht, doch manche Schnitte sind einfach so umfangreich, dass sie im Ordner ein Eigenleben entwickeln oder einem beim Herausnehmen des Ordners bereits freudig entgegen fliegen. Mit eigenen übergroßen Hüllen habe ich es auch versucht, aber damit war ich auch nicht 100%ig zufrieden.

Und die digitalen Schnitte? Die ruhen auf dem Computer. Geordnet nach Herstellern. Neue Schnitte drucke ich oft direkt nach dem Kauf aus, lege sie zur Seite und warte auf den großen Motivationsschub, der mich den Schnitt vorbereiten lässt.

Und wie merke ich mir beim Stoffkauf, wie viel Stoff ich für das Projekt brauche? Gar nicht. Das macht mein Smartphone für mich. Anfangs hatte ich keinerlei Gefühl dafür, wie viel Meter Stoff ich für etwas brauche und habe viel zu viel eingekauft. Mittlerweile habe ich mehr Plan davon und kaufe selten viel zu viel. Nichts desto trotz kann ich mir nicht von jedem Schnitt merken, wie viel Stoff ich dafür brauche. Gerade wenn ich Ärmel, Kapuze, Rockteil etc. aus einem anderen Stoff nähe.

Deshalb nutze ich eine Notizenapp. In der kann ich Bilder vom Schnitt mit einfügen und ergänze dieses um alle wichtigen Infos. Welche Stoffe sich eignen, meine Größe bei dem Schnitt und wie viel Meter nötig sind. So kann ich auch spontan Stoffe kaufen, ohne viel zu viel mitzunehmen.

Das spielt dem Stoffaholic in mir natürlich direkt in die Hände.

Wie haltet ihr Ordnung? Wie organisiert ihr eure Schnittmuster? Habt ihr den ultimativen Ordnungshack? Ich freue mich über Berichte, irgendwas kann man schließlich immer optimieren.

Die Kreativität sei mit euch.
Wir lesen uns nächsten Monat wieder (。・ω・。)

Alisha

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